Ladinische Svp bei Magnago
Data: 02 April 2003 da les 16:04:03
Tema: Politica


 

"Die Blumen am Wegrand pflücken ..."

Runggaldier, Perathoner und Tamers besuchen Altlandeshauptmann Magnago

"Für mich ist Silvius Magnago die faszinierendste und bedeutendste politische Persönlichkeit seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch in Ladinien wir er verehrt wie kaum ein zweiter", so urteilte der frischgebackene SVP-Ortsobmann von St. Christina Stefan Runggaldier, der neulich mit dem Grödner Gebietsobmann Christoph Perathoner und der SVP-Geschäftsführerin Alberta Tamers bei Altlandeshauptmann Silvius Magnago zu Gast war.



Im Mittelpunkt der zweistündigen intensiven Unterredung standen einige durchaus heikle Momente der politischen Geschichte unseres Landes, aber vor allem der ladinischen Täler, die in den Geschichtsbüchern kaum zu finden sind. Es war ein Vieraugengespräch zwischen dem historischen Vater der Südtiroler Autonomie und zwei Vertretern der jüngeren ladinischen Generation, die sein Erbe weiterbringen und verteidigen wollen. Darum sparte er auch nicht mit Lebensweisheiten ("...in der Politik braucht es Geduld, man muss lernen die Blumen am Wegrand zu pflücken...") und praktischen Tipps.

So wurden beispielsweise die geschichtlichen un politischen Wurzeln der paritätischen Schule in den ladinischen Tälern ausgiebig diskutiert. Magnago berichtete davon, dass lange Zeit die Italiener nichts davon wissen wollten, dass die Ladiner eine eigene Volksgruppe seien und dass Degasperi tat, als ob es sie nicht gäbe. Magnago stand auch Antwort darüber, wieso in der bedeutenden Neunzehnerkommission, die nach den Sprengstoffattentanten des Jahres 1961 von Minister Scelba eingesetzt wurde, um das Zweite Autonomiestatut auszuarbeiten, als offizieller Vertreter der Ladiner der St. Ulricher DC-Politiker und Präsident der "Union Generela di Ladins dla Dolomites", Franz Prugger sass und nicht etwa der Gadertaler Altlandeshauptmann und Landtagsptäsident Vijo Pupp von der Südtiroler Volkspartei. Magnago gestand auch ganz offen, dass es eine Entscheidung der Parteispitze gewesen sei, den bisher einzigen ladinischen Landeshauptmann von Südtirol Vijo Pupp (LH von 1956-1960) nach den Wahlen vom November 1960 zu ersetzen, um durch die Vereinigung des Amtes des Parteiobmannes und Landeshauptmannes in einer einzigen Person, dessen Verhandlungskraft gegenüber der römischen Regierung zu stärken und um auch für die internationale Politik der einzig bindende Ansprechpartner zu werden. Damit wurde versucht von vornhinein Zweigleisigkeiten und die Gefahr des gegenseitigen Ausspielens aus dem Weg zu räumen. Altlandeshauptmann Pupp nahm die Entscheidung mit Grösse und Verständnis hin und begleitete Magnago im Wahlkampf 1960 in den ladinischen Tälern, wobei er seine starke Anhängerschaft aufrief, Magnago zum Wohl des Autonomiekampfes zu unterstützen. "Ohne charismatische und sich aufopfernde Persönlichkeiten wie Silvius Magnago, wäre die bewährte Zusammenarbeit zwischen Ladinern und Deutschen in der SVP, nie so erfolgreich gewesen. Wenn wir Ladiner in Südtirol heute weit mehr Rechte besitzen als jene im Trentino oder Veneto, wenn heute die Ladiner in Südtirol behaupten können, ihre MInderheitenrechte seien völkerrechtlich abgesichert, verdanken wir dies zu einem Großteil Altlandeshauptmann Magnago und dafür müssen wir ihm aufrichtig danken und seine Arbeit würdigen und nie vergessen", erklärte der ladinische SVP-Gebietsobmann und Rechtsanwalt Christoph Perathoner im Anschluss an das Treffen.

Alberta Tamers Bozen, 1. April 2003







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