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Université de Dispruch: 100 agn Istitut de Romanistica
scrit ai 14 September 2004 da les 08:28:21 da noeles

Manifestazions

 

100 agn Istitut de Romanistica a Dispruch

Gran cumpeida de manifestazions a recordanza dl aniversar - Truep peis ti végnel ence dé al ensegnament dl ladin - 2 professours universitars ladins laora laprò - Relazion dl prof. univ. dr. Paul Videsott

L Istitut de Romanistica dla Université Leopold-Franzens de Dispruch complesc chesta outa i 100 agn de vita. Per recordé chest aniversar toron él vegnù envié via na schira de scomenciadives che dess valorisé l'emportanza dl stude romanistich. L Istitut de Romanistica é vegnù fondé ofizialmenter ai 02 de aost dl 1904 desche „Seminar de filologia romanza” do che al fova bele vegnú istituí la catedra de filologia romanza ai 02 de setember dl 1899. Chesta catedra fova enlaouta touta ite dal professour Theodor Gartner. Sie interes de archirida scientifica abinova dantdaldut ite l Retoroman (ladin grijon, ladin dles Dolomites y ladin furlan) y l Rumen.



Les raijes é endere ciamò plu fones: bele dal 1816 vegnível tegní cont dl talian a l'université Dispruch con na catedra de lingaz y de leteratura taliana, davia che enlaouta fajova l Trentin ciamò pert dl vedl Tirol. D'en gré via án deslargé i ciamps de enrescida y de ensegnament ai lingac franzeis y spagnol. L'enciaria de professura do Theodor Gartner é vegnuda spo touta ite da Karl von Ettmayer, Ernst Gamillscheg, Emil Winkler, Werner Mulertt, Josef Brüch, Alwin Kuhn, Herbert Frenzel, Guntram Plangg, Maria Iliescu, Wolfram Krömer y Hans-Joachim Müller. Encuei vegn la catedra de romanistica videda da la professoura gherdeina Heidi Siller Runggaldier. En plu laórel tl Istitut l romanist prof.univ. Paul Videsott de Al Plan de Mareo. L Retoroman – dantdaldut l ladin dles Dolomites – n'à abù nia demé tla enrescida scientifica, ma ence tl ensegnament bendebot de peis y de lerch.

LADINER AM INSTITUT FÜR ROMANISTIK - beziehungsweise dessen Vorläufern


Aufgrund der besonderen sprachlichen Situation des Landes Tirol, zu dem vor dem ersten Weltkrieg bekanntlich auch das Trentino gehörte, wurde bereits im Jahr 1816 an der – damals noch als Lyzeum geführten – Innsbrucker Hochschule eine „Lehrkanzel für italienische Sprache und Literatur“ eingerichtet.
Diese hatte den praktischen Zweck, den zukünftigen Staatsbeamten, Priestern, Ärzten und Lehrern die Erlernung der zweiten Landessprache zu ermöglichen. Unter den sechs Bewerbern, die sich im Mai 1817 dem diesbezüglichen „Concurs“ stellten, befindet sich bereits ein Ladiner: Joseph Comployer aus La Val/Wengen, damals gerade 30 Jahre alt und Kooperator in La Pli/Enneberg-Pfarre. Er hatte laut Gutachter mit seinem Mitbewerber Peter Mollin aus Rovereto „die besten schriftlichen Ausarbeitungen geliefert“ und wurde hinter diesem an zweiter Stelle des Dreiervorschlags gesetzt.

Letztendlich ging jedoch die Stelle an keinen von beiden, sondern an Peter Pontara aus Rumo/Trentino. Er hatte sich gar nicht beworben, da er bereits seit längerer Zeit pensioniert war; durch dessen Wiedereinstellung wollte man sich aber seine Pensionsansprüche sparen … nihil novo sub sole

Auch unter den zehn Kandidaten des „Concurs“ von 1840, der durch den Tod von Prof. Nikolaus Vanzetta notwendig geworden war, befanden sich zwei Ladiner: Micurà de Rü/Nikolaus Bacher aus San Ćiascian/St. Kassian, geboren 1789, pensionierter k. k. Feldkaplan, und Johann Obletta aus Urtijëi/St. Ulrich, geboren 1814, Mediziner im vierten Jahrgang in Prag.
Während Obletta als „absolut ungeeignet“ klassifiziert wurde, durfte sich Bacher berechtigte Hoffnungen machen: er war als ausgezeichneter Lehrer bekannt, beherrschte neben seiner Muttersprache Ladinisch auch noch Deutsch, Italienisch, Französisch, Englisch und Spanisch, sowie die klassischen Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch, und hatte besagte Stelle bereits seit Dezember 1839 suppliert.
 
Obwohl Bacher an die erste Stelle des endgültigen Dreiervorschlags gesetzt wurde, ging die Stelle an den Zweitgereihten Joseph Novotny aus Beneschow/Böhmen. Die Anstellung als Universitätslehrer hätte Bacher wohl auch die Möglichkeit geboten, seine im Jahr 1833 in Mailand vollendete Grammatik „Versuch einer deutsch-ladinischen Sprachlehre“ doch noch zu drucken. So aber blieb das Werk Manuskript und der große ladinische Sprachforscher wurde erst als Namengeber des ladinischen Kulturinstituts in S. Martin/St. Martin in Thurn überlokal bekannt (vgl. Ladinia 18 [1994]) und Zeitschrift „Südtirol in Wort und Bild“, Nr. 3+4/1999.
 
Das Rätoromanische wichtig für die Besetzung der Lehrkanzel
Als im Jahr 1898 der letzte Inhaber der „Lehrkanzel für italienische Sprache und Literatur“, Prof. Fortunato Demattio, um Versetzung in den Ruhestand ansuchte, beantragte er gleichzeitig, eine „Lehrkanzel für romanische Philologie“ zu errichten. Als Begründung führte er unter anderem die stetig wachsende Anzahl von Studierenden an sowie den Umstand, dass „in Innsbruck die Lehramtsprüfung aus Französisch nicht abgelegt werden [könne], da ein Examinator für die moderne französische Sprache und Literatur“ fehle.
In seinem Gutachten für die Besetzung dieser neuen Lehrkanzel würdigte Demattio ausführlich die Arbeiten von Johann Baptist (Tita) Alton aus Calfosch/Kolfuschg und reihte ihn an zweiter Stelle hinter Theodor Gartner, Universitätsprofessor in Czernowitz.
 
Die Fakultät betrachtete aber Altons Methoden, wie sie unter anderem in seinen Arbeiten zum Ladinischen zur Anwendung kamen Die Ladinischen Idiome in Ladinien, Gröden, Fassa, Buchenstein, Ampezzo [1879], Beiträge zur Ethnologie von Ostladinien [1880], Proverbi, Tradizioni ed Aneddoti delle Valli Ladine Orientali [1881], bereits als veraltet und nahm ihn nicht in den endgültigen Dreiervorschlag auf.
Bereits ein Jahr später fiel der ladinische Philologe in Rovereto, wo er Direktor des dortigen Obergymnasiums war, einem Mordanschlag zum Opfer, vgl. Jahrbuch des Südtiroler Kulturinstituts 3/4 [1963/64].
 
Doch auch bei der Bestellung Gartners spielte das Rätoromanische eine wichtige Rolle: er wurde dem ex aequo an erster Stelle gereihten Jules Cornu, Universität Prag, unter anderem deswegen vorgezogen, weil er „auf seinem Hauptgebiet, dem Rätoromanischen, als Autorität anerkannt [sei], dass [aber] sein wissenschaftliches Interesse und Vermögen sich nicht auf sein eigentliches Arbeitsgebiet beschränken“.
 
Bereits ab dem Jahr 1896, bis 1903, war Pater Placidus Genelin aus Disentis Lektor für französische Sprache an der Universität Innsbruck. Er beschäftigte sich auch wissenschaftlich mit seiner Muttersprache; bekannt ist der Artikel: Germanische Bestandteile des rätoromanischen [surselvischen] Wortschatzes im Programm der Oberrealschule in Innsbruck für das Studienjahr 1899-1900 und eröffnete die Reihe der Rätoromanen, die als Fremdsprachenlektoren am Institut gewirkt haben. Ihm folgten von 1908 bis 1918 der Nonsberger Enrico Quaresima, der mit Carlo Battisti eine bekannte Polemik um die Eigenständigkeit des Rätoromanischen führte, sich aber nach dem zweiten Weltkrieg immer mehr dessen Positionen annäherte, von 1955 bis 1970 der aus einer Grödner Familie stammende Innsbrucker Robert Vinatzer und von 1968 bis 1972 der Wahl-Friauler Giorgio Faggin als Italienisch-Lektoren sowie von 1918 bis 1922 und ebenfalls als Lektor für Französisch der Grödner Archangelus Lardschneider, der später durch sein Wörterbuch der Grödner Mundart berühmt werden sollte.
Einen Italienisch-Lehrauftrag nahm 1981-1982 auch der Fassaner Fabio Chiocchetti wahr.
 
Unterricht der Ladiner in der eigenen Muttersprache
Seit dem im Jahr 1965 am Institut für Romanistik ein eigenes Rätoromanisch-Lektorat eingerichtet wurde, unterrichteten Ladiner natürlich auch ihre eigene Muttersprache.
Durch regelmäßigen Wechsel konnten die meisten Sprachlandschaften berücksichtigt werden:
 
Grödnerisch wurde vertreten durch:

  • Toni Sotriffer, akademisches Jahr 1965/1966,
  • Heidi Siller-Runggaldier, 1979/1980, 
  • und Rut Bernardi, 1993/1994;

Gadertalisch durch:

  • Pire Castlunger, 1966/1967,
  • Franz Maneschg, 1971/1972, und
  • Paul Videsott, 1991/1992 und durchgehend von 1995 bis 2004;

Fassanisch durch Fabio Chiocchetti, 1981/1982;
 
Sursilvan durch Giachen Caduff, 1967/1968 und 1970;
 
Surmiran durch Lucas Simeon, 1978 und 1983/1984;
 
Friaulisch durch Giorgio Faggin, 1968/1969 und 1970/1971.
 
Im Jahr 1979 begann die Grödnerin Heidi Siller-Runggaldier
ihre Tätigkeit am Institut für Romanistik, zunächst als Vertrags-, dann ab 1993 als Universitätsassistentin und im Jahr 1995 als Dozentin. Im Jahr 2002 wurde sie als Universitätsprofessorin berufen und übernahm ein Jahr später als Vorstand die Leitung des Instituts sowie der „Abteilung für Rätoromanistik“.
 
Seit dem Jahr 1995 ist auch der Enneberger Paul Videsott am Institut für Romanistik tätig. Er war zuerst Projektmitarbeiter und ab dem Jahr 1999 Vertragsassistent; im Jahr 2004 habilitierte er sich.
Heidi Siller-Runggaldier und Paul Videsott decken heute einen großen Teil der sprachwissenschaftlichen Ausbildung im Bereich des Italienischen an der Romanistik ab.
 
DAS RÄTOROMANISCHE IN DER FORSCHUNG
Bereits unter Theodor Gartner blühte in Innsbruck die Rätoromanistik auf. Er selbst hielt in regelmäßigen Abständen Lehrveranstaltungen dazu ab und verfasste in dieser Zeit zwei wichtige Überblicksdarstellungen: Die rätoromanischen Mundarten, im Grundriß der romanischen Philologie von Gustav Gröber [1904]) und das Handbuch der Rätoromanischen Sprache und Literatur [1910].

Darüber hinaus arbeitete er am Sammelwerk „Das Volkslied in Österreich“ als Hauptverantwortlicher für das ladinische Volkslied mit.
Diese sogenannte „Gartner-Sammlung“ mit über eintausend Texten galt lange Zeit als verschollen, konnte aber im Jahr 1995 aufgefunden werden und enthält zum Teil wertvolles volkskundliches Material.
 
Ladinerverein in Innsbruck
Gartner beriet auch den im Jahr 1905 in Innsbruck gegründeten Ladinerverein, den Vorläufer der heutigen Union Generela di Ladins dles Dolomites, in sprachwissenschaftlichen Fragen und unterstützte durch Beiträge die erste, kurzlebige dolomitenladinische Zeitung L’amik di Ladins.
 
Auf Gartner, der im Jahr 1911 aus Gesundheitsgründen um Versetzung in den Ruhestand angesucht hatte, folgte bis zum Jahr 1915 Karl von Ettmayer, dessen Forschungsschwerpunkt ebenfalls die Dialektologie war, insbesondere die Erforschung der ladinischen und italienischen Dialekte in Norditalien.
Ihm folgte bis zum Jahr 1925 Ernst Gamillscheg, der vor allem im Bereich der Wechselbeziehungen zwischen Romania und Germania sowie im Bereich der Sprachgeographie arbeitete und zu diesem Zweck mehrfach die rätoromanischen Ortsnamen im mittlerweile germanisierten Tirol analysiert hat.
Gamillschegs bekanntester Innsbrucker Schüler war Heinrich Kuen, 1899-1989, der bei ihm im Jahr 1922 mit einer Arbeit zum Vokalismus der bairischen Lehnwörter im Grödnischen dissertierte und der sich als Professor in Erlangen Zeit seines Lebens mit dem Rätoromanischen beschäftigt hat, vgl. Romanica Ænipontana 16 [1991].
 
Rätoromanische Studien in der Zwischenkriegszeit
Nach dem ersten Weltkrieg wurde, offensichtlich aus politischen Gründen, die Pflege des Ladinischen auch offiziell dem Aufgabenbereich der romanistischen Lehrkanzel zugewiesen – und zwar seltsamerweise der literarhistorischen. Dadurch konnte jedoch nicht verhindert werden, dass die rätoromanischen Studien in Innsbruck kontinuierlich zurückgingen. 
 
 
Umbenennung der romanistischen Lehrkanzel
In der Zeit des zweiten Weltkriegs erhielt das Rätoromanische erneut politische Dimensionen. Ein Argument bei der Umbenennung der zweiten romanistischen Lehrkanzel von „Extraordinariat für italienische Philologie“ in „Lehrkanzel für Literaturgeschichte der romanischen Völker“ war, dass damit zwar weiterhin „die Kunde des Italienertums und Ladinertums“ gelehrt werden konnte, wie es in den Akten der damaligen Zeit heißt, die Lehrkanzel selbst aber nicht unter das deutsch-italienische Kulturabkommen von 1938 fallen würde, das dem Staat Italien ein Vorschlagsrecht bei der Besetzung italianistischer Lehrstühle eingeräumt hätte.
Der damalige Rektor bekannte, dass „Innsbruck seinerzeit ein zweites romanistisches Ordinariat erhalten [habe], weil, ohne das in der Benennung der Lehrkanzel anzusprechen, eine besondere Pflege des Italienischen und des Ladinischen an der südlichen deutschen Grenzuniversität als notwendig anerkannt wurde“.
 
Nach dem Abgang Josef Brüchs, 1950, nach Wien wurde als dessen Nachfolger unico loco Heinrich Kuen, Erlangen, vorgeschlagen. Die Kommission begründete diese Wahl folgendermaßen: „Für Innsbruck ist er [Kuen] außerdem dadurch besonders wertvoll, als er sich als einer der ganz wenigen Romanisten auch eingehend mit den rätoromanischen Mundarten Südtirols beschäftigt hat, deren weitere Erforschung der Innsbrucker Universität schon wegen der geographischen Nähe und dann in Fortführung der Arbeiten des ersten wissenschaftlichen Erforschers dieser Mundarten, des seinerzeitigen Innsbrucker Romanisten Theodor Gartner, in erster Linie zukommt“.
 
Die Zeit des Alwin Kuhn

Nachdem aber Kuen diesen Ruf schweren Herzens ablehnte, wurde Alwin Kuhn, Marburg, nach Innsbruck berufen, dessen Forschungen sich laut Kommissionsbericht zwar „vor allem mit spanischen Mundarten beschäftigen […]“, ihm aber auch „das Gebiet der anderen romanischen Sprachen einschließlich der rätoromanischen Mundarten als durchaus hochstehendem kritischen Wissenschaftler vollauf bekannt ist“.
 
Auch bei dem damals zweitgereihten W. Theodor Elwert wurden dessen Arbeiten zum Ladinischen, unter anderem seine Habilitationsschrift Die Mundart des Fassatals [1943,] besonders hervorgehoben.
 
Alwin Kuhn begründete in seiner Innsbrucker Zeit, 1952-1968, die rätoromanischen Studien wieder neu.
Zahlreiche bei ihm eingereichte Dissertationen zum Rätoromanischen und zur Toponomastik der alpinen Romania submersa konnten in der im Jahr 1962 begründeten Reihe Romanica Ænipontana erscheinen.
 
Da diese Studien bereits Gegenstand mehrerer Forschungsüberblicke waren
A. KUHN: Die Innsbrucker Arbeiten zum Ladinischen (19. und 20. Jahrhundert). In: Veröffentlichungen des Museum Ferdinandeum 48 [1968], 69-80;
G. PLANGG: Rätoromanische Studien an der Universität Innsbruck seit 1952. In: Mondo Ladino 3, 3/4 [1979], 183-190
P. VIDESOTT: Ein Jahrzehnt Rätoromanisch in Forschung und Lehre an der Universität Innsbruck (1988-1999). In: ABTEILUNG FÜR RÄTOROMANISTIK (Hrsg.): 100 Jahre romanische Sprachwissenschaft in Innsbruck. Innsbruck: Institut für Romanistik [1999], 7-27),
seien im Folgenden nur jene Bände erwähnt, die heute noch gesprochene ladinische Mundarten betreffen:
Parores ladines. Vokabulare badiot-tud ësk von A. Pizzinini, überarbeitet von G. Plangg [1966],
Beitrag zur Phonologie der Nonsberger Mundart von R. Politzer [1968],
Ennebergische Morphologie. Analyse eines dolomitenladinischen Flexionssystems von W. Mair [1973],
Studien zum Ampezzanischen von J. Kramer [1978],
Die Kleidung der Grödnerin. Studie zum rätoromanischen Wortschatz von S. Buquoi-Seifert [1984],
Grödnerische Wortbildung von H. Siller-Runggaldier [1987].
 
Guntram Plangg erhält die Lehrkanzel Romanistik
Nach dem plötzlichen Tod von Alwin Kuhn im Jahr 1968 wurde nach längerer Vakanz im Jahr 1972 dessen Schüler Guntram Plangg als Nachfolger auf die Lehrkanzel „Romanistik I“ berufen.
Er pflegte das Rätoromanische und die Toponomastik weiterhin besonders engagiert.
 
Abteilung für Rätoromanistik
Noch im gleichen Jahr 1972 wurde eine eigene „Abteilung für Rätoromanistik“ gegründet, die von G. Plangg bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 geleitet wurde.
An dieser Abteilung waren beziehungsweise sind mehrere größer angelegte Projekte angesiedelt, etwa die Herausgabe eines Ennebergischen Wörterbuchs [1998] oder das Tiroler Namenbuch, das der Aufarbeitung der Tiroler Toponomastik gewidmet ist, beginnend mit Landeck, dem am stärksten rätoromanisch unterschichteten Bezirk Nordtirols, und dessen Ergebnisse in der Reihe Arbeitspapiere der Romanistik Innsbruck [ab 2001] erscheinen.
 
Internationale Romanistik
Derzeit arbeitet Heidi Siller-Runggaldier zusammen mit den Germanisten Horst Sitta und Peter Gallmann an einer kontrastiven Grammatik des Deutschen, Italienischen und Ladinischen (Grödnerisch und Gadertalisch). Ein wichtiges Hilfsmittel für die internationale Romanistik stellen darüber hinaus die Innsbrucker bibliographischen Arbeiten zum Rätoromanischen dar, die bereits von A. Kuhn aufgenommen wurden und inzwischen in zwei vielbeachteten Bänden der Reihe Romanica Ænipontana vorliegen: Rätoromanische Bibliographie, bis 1985, von M. Iliescu und H. Siller-Runggaldier [1985] und ihre Fortführung bis 1997 von H. Siller-Runggaldier und P. Videsott [1998].
 
Guntram Plangg bemühte sich sehr um die Gewinnung von Maria Iliescu, vorher Universität Craiova, zuerst als Gast- und dann als Honorarprofessorin. Auch sie weist im Rahmen ihres gesamtromanistischen Tätigkeitsbereichs einen rätoromanischen Schwerpunkt auf, der bereits in ihren in Rumänien entstandenen Arbeiten erkennbar ist (Habilschrift über Le frioulan à partir des dialectes parlés en Roumanie, 1972). In den letzten Jahren sind dazu unter anderem Arbeiten zur Morphosyntax Le conditionnel frioulan, Syntax Das Faktitiv in den rätoromanischen Mundarten und
Lexikologie Der repräsentative Wortschatz des Rätoromanischen entstanden.
 
Das Rätoromanische in der Lehre
Seit Theodor Gartner wurde das Rätoromanische auch in der Lehre eifrig gepflegt. Die Vorlesungsverzeichnisse dieser Zeit erwähnen folgende einschlägigen Lehrveranstaltungen:
 

Jahr   1900 
Rätoromanisch 
Jahre 1903/1904 
Die Anfänge des rätoromanischen Schrifttums in Graubünden;
Jahre 1906/1907
Die rätoromanischen Mundarten
Jahr   1910  
Das rätoromanische Schrifttum.
Diese letzte rätoromanische Vorlesung 
Gartners stellte mit 34 Hörern einen
wohl nie mehr erreichten Rekord auf.
Jahr   1917
   Die romanischen Mundarten Tirols
Jahre 1922/1923 
Die romanischen Mundarten in  Südtirol
Jahr   1921  
   Übungen zur ladinischen Wortgeschichte

       
 
Nach einer längeren Unterbrechung folgten in den Fünfziger- und Sechzigerjahren unter Alwin Kuhn die „goldenen Jahre“ rätoromanistischer Lehre in Innsbruck. Bekannt wurde die Lehrveranstaltung vom Jahr 1955/56: Lautier- und Leseübungen am Grödnerischen, denn die daran anschließenden Übungen zum Rätoromanischen fanden unter Assistenz von Prof. Karl Finsterwalder statt, der über seinen Disput mit Carlo Battisti über die Aussagekraft von Ortsnamen zur Siedlungsgeschichte berichtete.
Bis 1965 fand in jedem Semester entweder ein rätoromanisches Seminar oder eine Übung  statt.
 
Nach der Errichtung des rätoromanischen Lektorats gab es über mehrere Semester hinweg jeweils sechs Stunden rätoromanischer Lehre, z.B.:

Jahr 1965    
ein Seminar, eine Praktische Einführung in das Grödnerische sowie Übungen Sprachlabor
Jahr 1966   Das Romanische Friauls und Istriens (Seminar), die Lektüre und Interpretation ladinischer Texte   sowie Übungen im Sprachlabor.


 
Exkursionen
Große Begeisterung unter den Teilnehmern
lösten immer die von Alwin Kuhn angeregten Exkursionen in das rätoromanische Gebiet aus, die fast jährlich durchgeführt wurden.
 
1955  Gröden-Buchenstein-Gadertal
1956  Nonsberg-Fassa-Gröden
1957  Vinschgau-Münstertal-Veltlin-Bergell-
          Engadin-Samnaun;
1958  Vorarlberg-Mittelbünden-Engadin-
         Münstertal;
1959  Gröden-Gadertal
1962  Engadin
1963  Surselva
1964  Gadertal-Gröden
1965  Surselva
1966  Friaul
1968  Vinschgau-Puschlav-Veltlin-
         Bergell-Lugnez
……
Diese Tradition wurde auch von Guntram Plangg und Paul Videsott weitergeführt; zahlreiche Studierende und Interessierte konnten so mit der Landschaft und der Sprache Ladiniens noch besser vertraut gemacht werden:
 
1996  Nonsberg-Fassatal-Gadertal
2000  Gröden-Buchenstein-Ampezzo
2003  Gadertal-Buchenstein-Erto-Comelico
 
Neben den bereits erwähnten rätoromanischen Muttersprachlern sorgte auch Prof. Plangg entweder durch eigene Lehrveranstaltungen selbst oder durch die Einladung verschiedener Gastprofessoren:
1975/1976   W. Theodor Elwert, 1978/1979   Hans Stricker,
dass fast kein Semester ohne Rätoromanisch in der Lehre bleib.
Aus diesen Lehrveranstaltungen sind letztendlich auch zahlreiche einschlägige Diplomarbeiten und Dissertationen hervorgegangen, nicht nur am Institut für Romanistik, sondern auch am Institut für Sprachwissenschaft, am Institut für Germanistik und am Dolmetscher-Institut.
 
FÖRDERUNG DER DRITTEN LANDESSPRACHE TIROLS
Die Präsenz des Rätoromanischen in Forschung und Lehre an der Universität Innsbruck stellte im vergangenen Jahrhundert einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und zur Förderung des Ladinischen dar, der dritten Landessprache des historischen Tirols. Sie entspricht insbesondere dem im Leitbild der Innsbrucker Universität erwähnten Prinzip der Schwerpunktbildung, aber auch – nach dem Gesichtspunkt des regionalen Bezugs der Forschung – den Aufgaben der Landesuniversität.
 
Minderheitensprachen, ein reiches kulturelles Erbe in Europa
Der Erforschung des Rätoromanischen kommt auch deswegen ein besonderer Stellenwert zu, weil sich während der letzten Jahrzehnte innerhalb der Staaten der Europäischen Union, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, ein spürbarer Wandel zugunsten der dort lebenden sprachlichen und kulturellen Minderheiten vollzogen hat. Die über fünfzig Sprachgemeinschaften von Minderheiten werden immer weniger als Belastung, denn vielmehr als Beispiel für das reiche kulturelle Erbe Europas gesehen, das es nach Möglichkeit zu achten und zu bewahren gilt.
Mehrere der Arbeitsbereiche der Innsbrucker Rätoromanistik, v. a. Lexikographie, Terminologie und Toponomastik, decken sich mit jenen, welche die Europäische Union im Zuge ihrer Maßnahmen zugunsten von Sprachminderheiten bevorzugt unterstützt, wie dies im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 178/13 nachzulesen ist.
Die Absicherung und wissenschaftliche Aufarbeitung des Rätoromanischen im akademischen Bereich trug aber auch zur Stärkung des ladinischen Selbstbewusstseins bei und wird von ladinischer Seite nachdrücklich gewünscht. Nicht ohne Grund unterstrich die Universität Innsbruck auch durch die Verleihung von Ehrendoktoraten an zwei Wissenschaftler, die sich um die Erforschung des Rätoromanischen besonders verdient gemacht haben, nämlich Univ. Prof. Heinrich Kuen (Erlangen, 1985) und Dr. Andrea Schorta (Chur, 1990), die besondere Stellung dieses Forschungsgebietes an der Alma Mater Œnipontana.
Es fehlt also sicher nicht an Aufgaben in der Rätoromanistik an der Landesuniversität, in der – wegen der geplanten neuen Studiengängen und Universitätsstrukturen – derzeit Aufbruchstimmung herrscht.
 
Der Autor dieses Beitrags, Dr. Paul Videsott, aus St. Vigil/Gadertal gebürtig,
studierte in Innsbruck und Eichstätt Romanistik und Politikwissenschaft, seit 2004 ao. Universi-tätsprofessor in Innsbruck, vielseitig publizistisch tätig 
 

27.09.04,

Université

"Di dl lingaz ":

Scolés /scoleres descuer la Romania

Lezions per ciutié ite tl Istitut (de na dureda de 30 menuc): una per vigni lingaz (franzeis, talian, spagnol), trei „lezions“ sun la storia dl raion, dla leteratura y dla linguistica

11.10.04,

20.00

Literaturhaus dlongia l Inn

Comedia dl’ert: teoria y pratica

Referat con diapositives de Dr. Sylvia Tschörner

L’autoura, dramaturga y scienzieda de leteratura fej conesce tres diapositives la “commedia dell’arte”.

15.10. 04,

20.00 Landhaus, Festsaal

Cianties y balades ladines

Poejies de poec ladins dl 19eisem y 20eisem secul, musichedes da Fonso Willeit (Maran)

21.10.04,

19.00 Uhr

Literaturhaus dlongia l Inn

Québec afascinant. Na region y n liber se prejenta

„soirée“ canadeisa con prejentazion dl liber: “Actes du 5e Colloque des Jeunes Chercheurs en littérature québécoise”

28. 10. 04
18.30 Uhr

Sala New Orleans

Referat dl Prof. Francisco Caudet Roca

L ordinarius de leteratura pro l istitut de filologia spagnola dla “Universidad Autónoma de Madrid” tegn n referat sun l tema "La España peregrina. El exilio cultural tras la guerra civil española (1936-1939)"

4. 11.04,
da les 18.00 a les 21.00

Aula

Festejament per i 100 agn dla fondazion dl Istitut de Romanistica dla Université de Dispruch

Reladours:

  • Prof. Heidi Siller, sourastant dl Istitut;
  • Retour Prof. Manfried Gantner;
  • Raprejentanc dla zité de Dispruch y dl Land Tirol;
  • per la linguistica, Prof. Hans-Martin Gauger, Freiburg;
  • per la scienza de leteratura, Prof. Jochen Mecke, Regensburg;

Mujiga: "Acajo" con cianties per ladin y talian

11. 04

Istitut

Esposizion gaujion di 100 agn da la fondazion dla sezion de romanistica

Liber dles raijes dl Istitut, publicazions dles romanistes y di romanisc' che laora tl Istitut, edizion Cervantes y d’auter

12./13. 04

Dis de azion "Université joena "

Partezipazion dl Istitut

Lezions per ciutié ite per scolés y scoleres

Ai prums de november 04

Université / radio

Ofize per i inoms tl cheder de na manifestazion y trasmiscion tl radio

L publich pò cherdé su o s’ouje al ofize per i inoms per enrescí da olá che n inom vegn adalerch

11.04

Literaturhaus

"Tl lingaz talian "

 

 

Letures y discuscions

12.11.04 Literaturhaus

Discuscion de podium (leteratura) (tl cheder de "Tl lingaz talian ")

con Marco Lodoli, Erri de Luca y Lidia Ravera

13.11.04 Literaturhaus

Matinee con letura - tl cheder de "Tl lingaz talian "

con Marco Lodoli, Erri de Luca y Lidia Ravera

19.11.04 Literaturhaus

Discuscion de podium politica - tl cheder de "Tl lingaz talian "

con Angelo Bolaffi, Barbara Spinelli

18.-19. 11. 04 o 25.-26. 11. 04

Istitut de geografia,
Université

„Imajes de zité – recostruzion de zité. La zité latino-americana te na perspetiva interdesziplianara“ simpose dl “Österr. Lateinamerika-Institut”, sezion Tirol

Temesc: scienzes leterares, scienzes culturales, geografia, costruzion y planificazion de zités, scienzes politiches, storia

30.11.04
19.30 o 20.00
ORF Landesstudio Tirol

Discuscion de podium
„Lingaz – cultura – cultura dl lingaz: l „auter“ troi per na gran cariera. Romanistes te profils profescionai fora dl ambient universitar “

con Lorenz Gallmetzer (ORF, ert), Dr. Mathilde Schwabeneder (ORF), Dr. Irene Freudenschuß-Reichl (UNO), Tanja Graf (München, Schirmer/Graf-Verlag) y Mag. Birgit Fenderl (ORF)

07.12.04

20.00

Literaturhaus 

Francesco Petrarca (1304-2004): umanist, diplomat, egozentrich, referat con preletura

L’autoura, dramaturga y scienzieda de leteratura Dr. Sylvia Tschörner de Dispruch prejenteia te n referat con preletures l poet lirich talian plu conesciù. An recorda sie aniversar de sie compliann per l 700eisem iade.

14.12.04

20.00

Raiffeisensaal, Innrain7

"La chanson": Jacques Brel, prejenteda da Heinz-Christian Sauer

N retrat dl chansonier belje, con registrazion dles chansons plu emportantes y toc de video fora de si conzerc

Ai prums dl 2005

monografia en gaujion dla festa per i 100 agn

Publicazion soura la storia y l prejent dl Istitut

Deplù informazions giàten a la miscion: http://www.uibk.ac.at/c/c6/c611/


 
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Valutazion dl articul
Cumpeida mesana de oujes: 5
Oujes: 5


Preibel toledeves dlaorela de valuté chest articul:

ezelent
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bon
normal
sclet



Empostazions

 Plata da stampé  Plata da stampé

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