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Cie che i autri scriv: articul tout da la FF de chesta edema
scrit ai 27 February 2003 da les 21:58:20 da noeles

Politica

 

Wahlen 2003: wer die Ladiner im nächsten Landtag vertreten wird / de Hans Karl Peterlini tout da : http://www.ff-bz.com

Florian Mussner, der neue ladinische Landesrat, gilt auch bei den Ladins als netter Mensch. Vergangene Woche aber zeigte er sich nervös: Mussner griff zum Hörer, um ladinische Mitarbeiter des Alto Adige und der Rai anzurufen und sich zu beschweren - einige fühlten sich zumindest sanft unter Druck gesetzt. Der Landesrat, von Landeshauptmanns Gnaden in die Landesregierung berufen, steht vor seiner Bewährungsprobe. Noch fehlt Mussner jene demokratische Legitimierung, die der ladinische Landtagsabgeordnete Carlo Willeit zweimal bei Wahlen erworben hat, wenn auch knapp und mit Glück (1998 durch die Allianz mit der DPS, die dafür leer ausging). Wie schwer sich ein ladinischer Kandidat auf der SVP-Liste tut, zeigte sich am Scheitern von Werner Stuflesser - in Ladinien bestgewählter Kandidat, aber auf Landesebene geschlagen. Am leichtesten schafft es Mussner, wenn die Liste Ladins es nicht schafft.



Dann gilt jene Regel, dass der Ladiner mit den meisten Vorzugsstimmen - egal auf welcher Liste - in den Landtag darf; die meisten Vorzugsstimmen hat traditionell der SVP-Ladiner.
Gesprächsangebote. Das könnte erklären, warum Mussner sich bisher weigerte, die Liste Ladins - obwohl einzige ladinische Vertretung im Landtag - anzuerkennen. Noch vor Mussners Berufung ersuchte Ladins-Präsident Giovanni Mischì den designierten Landesrat schriftlich um Aussprache. Mussner wich zweimal aus. Nach seiner Berufung luden die Ladins den Landesrat erneut zu einem Treffen, wieder nichts. Vorigen Sommer schien Mussner nachzugeben: Er lud Präsident und Vizepräsident der Ladins, Giovanni Mischi und Carlo Willeit, zu einem Treffen am Grödner Joch, 20. Juli, 15 Uhr. Einen Tag davor sagte er ab. Im Jänner 2003 lud Mischì den Landesrat zum vierten Mal schriftlich ein - mit dem Zugeständnis, nur Themen zu behandeln, die für alle Ladiner wichtig seien, und parteipolitische Punkte auszuklammern. Mussner meldete sich telefonisch bei Mischì und sagte, dass es nicht gehe. Als die ff Mussner vergangene Woche über sein Büro kontaktierte, ließ er plötzlich ausrichten: "Das Treffen wurde mit der ladinischen SVP abgeklärt , nun findet es statt: 10. März um 14 Uhr im Büro des Landesrates." Die Ladins waren noch nicht informiert. In den verworrenen ladinischen Verhältnissen sind die Machtströme nicht klar zu erkennen. Hinter Mussner macht vor allem die Grödner SVP Druck, für die Ladins die Stahlhelmträger im ladinischen Bruderkampf. Das hat sich nun im Streit um die ladinische Amtssprache gezeigt. Obwohl seit Jahren mit dem Projekt "Spell" wissenschaftliche Anstrengungen für eine einheitliche ladinische Schriftsprache unternommen werden, beschloss die Landesregierung im Jänner, dass Ladiniens sprachlicher Status quo zementiert werden soll - im Grödental sei Grödnerisch Amtssprache, im Gadertal das "Badiotische". Das ist ein Schritt zurück. Hinter dem Versuch, mit dem "Ladin Dolomitan" (genauer "Ladin Standard") eine einheitliche Schriftsprache zu etablieren, stehen praktisch alle Experten. Hauptträgerin des Projektes ist die Vereinigung aller Dolomiten-Ladiner, die Union Generela: "Es ist schade", sagt Präsidentin Hilda Pizzinini, "gegen das Ladin Standard wird immer mit dem Argument Stimmung gemacht, dass die ursprünglichen, gesprochenen Idiome zerstört werden, aber es geht nur um die Schriftsprache." Wie bei Deutsch: Gesprochen wird Umgangssprache oder Dialekt, geschrieben wird - sogar Tirol und die Schweiz inbegriffen - in ein und demselben Hochdeutsch. Die Standardsprache, die Abweichungen zwischen den Talidiomen glättet, macht einen modernen Gebrauch des Ladinischen und eine Kommunikation über die Täler hinaus überhaupt erst möglich. In ladinischen Internet-Portalen (so z.B. www.noeles.net , www.ladinia.net , www.vejin.com ) wird das Ladin Dolomitan bereits verwendet. Für das Kulturinstitut von Fassa und die Consulta Ladina der Gemeinde Bozen ist es die gängige Sprache im Schriftverkehr. "Ohne Ladin Standard wird das Ladinische eine Folkloresprache werden", befürchtet Mateo Taibon, ladinischer Journalist und Chefredakteur von "Pogrom", der Zeitschrift der Gesellschaft für bedrohte Völker. Die Entscheidung der Landesregierung hat in den ladinischen Tälern eine heftige Diskussion ausgelöst. Für den Universitätsprofessor Walter Belardi, einen Experten der ladinischen Sprachenfrage, ist der Beschluss der Landesregierung schon deshalb unverständlich, weil er eigentlich unnötig ist: Er schreibt die einstige Regelung, als es noch kein Standard-Ladinisch gab, einfach ein weiteres Mal fest. Also könne die Absicht nur gewesen sein, die seit Jahren laufenden Forschungen und Projektarbeiten für die einheitliche Schriftsprache zu torpedieren. Den Anstoß für den Beschluss der Landesregierung gab das ladinische Kulturinstitut, geleitet vom ehemaligen SVP-Landtagsabgeordneten Hugo Valentin als Vertreter der Landesregierung. Mussner sitzt ebenfalls im Verwaltungsrat. Seit Mussner Landesrat ist, sei dies - vermuten die Ladins - eigentlich eine Inkompatibilität, da die Landesregierung damit nun zwei Vertreter hat. Mit Mussners Partikularsekretärin Edith Ploner, ebenfalls Verwaltungsratsmitglied des Kulturinstituts, hätte die Landesregierung demnach sogar ein drittes "heimliches" Mitglied. Die Abstimmung im Verwaltungsrat des Kulturinstitutes setzte sich über die Haltung der Wissenschaftler, der Union Generela und vieler Kulturvereine hinweg. Das ladinische Kulturinstitut ist übrigens nach "Micurà de Rü" benannt, und Micurà de Rü vulgo Nikolaus Bacher hatte als Erster eine einheitliche Schriftsprache für die Ladiner gefordert, wenn sie überleben sollen.

Ein junger Gadertaler. "Wer für das Ladinische ist, muss für eine gemeinsame Schriftsprache sein", bekräftigt Hilda Pizzinini von der Union Generela. Eine paradoxe Lage: Für das Standard- Ladinisch gibt es bereits ein Wörterbuch und seit Dezember eine bis ins Detail ausgetüftelte Grammatik. Diese wurde bei einer Tagung im Dezember vorgestellt, zu der Mussner nicht erschienen ist - es wurde als Signal verstanden, dass die ladinische SVP die Standard-Sprache ablehnt. Diese Haltung ist auch innerhalb ladinischer SVP-Ortsgruppen nicht unumstritten. Der Ortsjugendreferent der SVP-Jugend von Enneberg/La Pli, Felix Ploner, hat sich im Internet- Forum von Noeles über die Entscheidung der Landesregierung empört. Die SVP-Gadertal habe schon vor Jahren beschlossen, das Projekt Spell und die Schaffung einer allen Ladinern gemeinsamen Schriftsprache zu unterstützen: "Bel plan sunse stüfs", schreibt Ploner. Für deutsche Leserinnen und Leser: "Wir sind langsam stuff." Mussner wird´s auch ohne Übersetzung verstehen.


 
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Re: Cie che i autri scriv: articul tout da la FF de chesta edema (ponc: 1)
da travers ai 27 February 2003 da les 22:42:27
(Infos sun l utilisadour | Ti mané n messaje privat)
Impede se la baudié cun i jurnalisc' y manacé plüres dess Mussner n iade proé de se defëne cun argomënc ...sce al en à. Y sce al n'en à nia pòl dagnora se lascé consié da spezialisc' locai, p.ej. E. Demetz, o foresc' sciche J.Kramer. o magari damané n arat al consei d'istitut Micurà de Rü. I sun feter sigü che düc chisc di darà de bogn argomënc por jì inant cun süa politica cuntra l LS.



Re: Cie che i autri scriv: articul tout da la FF de chesta edema (ponc: 1)
da Dolasila ai 28 February 2003 da les 00:36:05
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Hanskarl Peterlini é n jurnalist cun "ethos".
brau!

scior Mussner, nia d'ater da fà co cherdé sö jornalisc? Einschüchterung der Presse, dijesson pur dert ... Mussner: undemokratisch ins Amt geholt und nix dazugelernt.
Citaziun de Belardi: Roba da medioevo.



Re: Cie che i autri scriv: articul tout da la FF de chesta edema (ponc: 1)
da tomescbornert ai 28 February 2003 da les 08:49:20
(Infos sun l utilisadour | Ti mané n messaje privat)
an veiga tres deplü la GRAN IMPORTANZA che le partito dai LADINS á: mader no lascè locker, mo tigní inant chesta ligna. Storté vegnel da d'altonn...


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