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scrit ai 01 December 2005 da les 15:02:46 da noeles

Politica

 

Wo eine Mehrheit eine Minderheit assimilieren will 

Meine Muttersprache beherrsche ich – so halbwegs. Denn lernen musste ich sie allein, autodidaktisch. In der Schule habe ich meine Sprache nicht gelernt. Wie alle Angehörige der ladinischen Minderheit lernte ich in der Schule die Sprache in einem völlig unzureichenden Ausmaß. Eine Wochenstunde für die Muttersprache war das große Privileg des viel gelobten „Minderheitenschutzes“, das den Ladinern in Südtirol zuteil wurde.



Mittlerweile hat sich die Lage freilich wesentlich verbessert. Hervorragende zwei Stunden pro Woche wird die Muttersprache in den Pflichtschulen unterrichtet; in den Oberschulen ist es weiterhin eine einzige Wochenstunde. Dies übrigens nur in den ladinischen Tälern, denn außerhalb ist Ladinisch selbst als Freifach nicht zugelassen – Spanisch oder Französisch ja, Ladinisch aber nicht. Selbst dieses Aschenputtel-Dasein musste gegen eine hartnäckige, Jahrzehnte lange Verleumdungskampagne erkämpft werden: Der politische Wille war der, eine rein deutsche Schule zu erzwingen. Ohne Muttersprache. Zwecks Assilimierung, genauer gesagt, Germanisierung – ein Geschichtskapitel, das in der Geschichtsschreibung versteckt wird. Die Kenntnis der Muttersprache ist, der Situation entsprechend, bei der überwiegenden Mehrheit der Ladiner katastrophal, die Sprache ist einer starken Erosion ausgesetzt. Sie ist bedroht.
Wo eine Mehrheit eine Minderheit assimilieren will, beginnt sie mit der Schule – mit dem Ausschluss der Muttersprache. In halb Europa ist assimilierender Nationalismus am Werk, still aber effizient: Zahlreiche Minderheiten Europas, denen das Grundrecht auf ihre Sprache und Kultur im Erziehungswesen nicht zugestanden wird, sind bedroht.
Mit einer Sprache sterben nicht nur Worte. Es sterben auch Vorstellungswelten, Weltanschauungen, Gemeinschaftsmodelle, Lebensauffassungen, Traditionen. Vor allem außerhalb Europas wird mit der Verweigerung des Unterrichts der Sprache und Kultur der indigenen Gemeinschaften ein Jahrtausende altes Erbe wegassimiliert – oft auch weggeprügelt. Denn zur kulturellen Gewalt gesellt sich häufig die politische und militärische Gewalt. Die Mapuche werden immer noch nach der Ideologie des Diktators Pinochet traktiert, mit Hilfe diskriminierender Gesetze, die für die Indigenen die freie Meinungsäußerung und die Einforderung ihrer Rechte mit Terrorismus gleichsetzen. Die nordamerikanischen Indianer konnten erst in jüngster Zeit das Recht auf eine normale Schulbildung erlangen.
Der Weg ist der eines zwei- bzw. mehrsprachigen und interkulturellen Unterrichts, damit Indigene und Minderheiten auf der einen Seite ihre eigene Kultur in die Zukunft mitnehmen können, auf der anderen Seite aber das Rüstzeug mitbekommen, um im Kontakt mit der globalisierten Welt bestehen zu können. Interkultureller Unterricht wäre auch für die Mehrheiten notwendig, die häufig völlig ahnungslos sind, was ihre anderssprachigen Nachbarn betrifft und dementsprechend Klischees und Vorurteilen anhängen. Die Angehörigen der Minderheiten sind fast immer zwei- oder mehrsprachig: Sie sind es, die den Weg zeigen für die kulturelle und sprachliche Vielfalt.
 
Ihr
Mateo Taibon

 
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da MateoTaibon ai 01 December 2005 da les 16:27:05
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Informaziuns:
Al é l'editorial al numer atual dla revista "bedrohte Völker / pogrom", dé fora dla Lia popui manacês (www.gfbv.de) tla Germania. L tema prinzipal é l'educaziun bilinguala y interculturala.

Tl 2006 fajarà la revista n numer spezial sön i ladins.



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da Jancarlo ai 01 December 2005 da les 20:39:10
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Mateo à rajun, erojiun dl lingaz, ara strâ dlunch, an ne alda presc nia na frasa zenza moscedoz y formes nia adatades al ladin



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da MateoTaibon ai 01 December 2005 da les 21:59:42
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tl numer gnaràl baié de chi fac co vegn scutês ia - sciöche la scora, les aziuns dl SVP cuntra l ladin standard - condiziun por l soravire -, les aziuns cuntra l ladin te scora, cuntra la Generela, cuntra la RAI ladina (Gleichschaltungsversuch), la mancianza de trilinguism, le recat dles uniuns culturales, la mancianza de na sovenziun assügherada ala Usc di Ladins (l ORF - südtirol heute á n finanziament assügheré, la Usc di Ladins no, y chesc dess ester l "Minderheitenschutz"?), samben ince le sistem dles calunies, val parores insciö ince sön i media dl Athesia y söes boutades primitives y antiladines ... material él assà, y abelì - sciöche la propaganda fej - ne gnaràl sogü nia. Confortesse.



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da giatfosch ai 01 December 2005 da les 23:08:10
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sce t'ôs scrì düt chesc adoreste begn trei o cater numers dla revista, no un.



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da EDellago ai 02 December 2005 da les 10:01:30
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Mateo Taibon spricht mir in diesem Falle im Großteil seines Berichtes aus dem Herzen. Und zwar besonders in jenem Teil seiner Ausführungen, in dem er aufzählt, was mit einer Sprache alles "mit stirbt". Dazuzuzählen wären dabei noch die Feinheiten einer Sprach-Vorstellungswelt, die nur in der jeweiliegen Variante, in unserem Falle also im Grödnerischen, im Badiot, Fodom usw. bestehen und heute vielfach nur mehr von der älteren Generation benützt werden. Warum sie von der Jugend "links liegengelassen" werden bedürfe es einer eigenen Studie.
All dies kann - zugegeben - von nachbarlichen Großsprachen gefährdet werden, für sie wirklich lebensbedrohlich ist jedoch ein Standard-Ladinisch. Solche Varianten-Feinheiten würden dort - leider - keinen Platz mehr haben.



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da giatfosch ai 02 December 2005 da les 10:21:53
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ach, die böse Mär vom Standardladinisch. Das Standard-Ladinisch, darin sind sich alle seriösen Sprachwissenschaftler einig, ist eine conditio sine qua non für das Überleben der Minderheit. Man braucht ja nur das Beispiel Rumantsch Grischun anzuschauen - und was diese Einheitssprache dort bewegt hat. Dass eine Standardsprache die Feinheiten gefährdet, wird durch das RG widerlegt, aber auch durch das "Einheitsbadiot".
Nicht die Standardsprache gefährdet das Ladinische, sondern der mangelnde Unterricht in den Schulen.
Man höre sich an, wie nicht zuletzt die Grödner ihre Sprache sprechen - ihre Parteigenossen sind da ein glänzendes Beispiel -, und da ist kein Ladin Standard, das dem Gherdeina zusetzt, im Gegenteil. Und wenn es die Standardsprache ist, dann verstehe ich nicht, warum die Deutschen in Südtirol nicht den Muttersprachenunterrricht auf zwei Wochenstunden reduzieren und dafür den Südtiroler Dialekt unterrichten.



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da Jandaniel ai 02 December 2005 da les 14:31:00
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Ie dijesse l contrar de cie che Dellago dij. Al ne é nia dert sce Dellago scriv che les finezes idiomatiches ne à deguna lerch tl standard. L ladin standard tol su dutes les finezes idiomatiches, peiel pu via dal ladin rejoné, y arichesc perchel i idioms, se tràtel pu demé de na forma scrita y nia de n lingaz nuef, de na "Kunstsprache". L ladin standard amplieia l vocabular di idioms y l arichesc y à l vantaje de gnì entenù plu saurí da duc. Ie ne capesce perchel nia chesta "vera contra l standard", depent desche n pericul.



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da MateoTaibon ai 02 December 2005 da les 14:59:53
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ich bin ja wirklich überrascht, dass Herr Dellago meine Sorgen angeblich teilt. Angeblich. Würde er sie wirklich teilen, so hätte die SVP in Gherdeina/Gröden nicht so radikal gegen jede Aufwertung des Ladinischen in der Schuel agitiert. Dass der angemessenen Unterricht der Muttersprache unerlässlich ist für das Überleben der Sprache, ist eine Überzeugng, die alle Minderheiten auf der Welt teilen (man lese meine Zeitschrift "pogrom", aktuelle Ausgabe).
Die SVP Gröden, die gegen Ladinisch in der Schule ist (und die Sprache denn auch kaum beherrscht) ist gleichzeitig gegen das Ladin Standard. Also muss Ladin Standard ein sehr wirksames Instrument sein, um die ladinische Sprache für die Zukunft zu rüsten.

Ist doch logisch, wie 1 + 1.



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da travers ai 02 December 2005 da les 17:31:09
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Na domanda a berba Dellago: Ne va nia perdudes ence les finezes dl puschtra tl Hoch/Schriftdeutsch o cheles dl napoletan tl talian standard? Tamben Herr Moser da Turesc che la signoura Bianchi da Posillipo pò adoré sie idiom/dialet canche al/ala rejona con sie mutons o compagns, ma tramipoi adorarà l standard canche ai ti scriv na letra al sourastant dla provinzia o al ombolt de Napoli. A cie moda ne déssel pa chest nia valei ence per berba Senoner de Sëlva o meda Irsara de Badia?



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da MateoTaibon ai 02 December 2005 da les 18:00:44
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@ travers:
la strambaria dla contradiziun é pö chera che a jì cuntra l ladin standard él rodunt chi che é zenza cuntra l ladin.
Al é pö mâ chel partì decuntra che ô tres mâ "das deutsche Element in den ladinischen Tälern erhalten".



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da MateoTaibon ai 03 December 2005 da les 20:57:40
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sce, y la resposta a chesc ie te mie editorial:
olache na maioranza vuel assimilé na mendranza, metera man cun l stluje fora l lingaz dla mendranzes dales scoles.

La SVP á orü l'assimiliaziun di ladins.




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da Splundi ai 05 December 2005 da les 10:14:24
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Poa, ciodipa nia envie ia le ladin tles scores todesces, almanco desco materia ledia? O almanco na introduziun ala cultura y storia ladina?

Y ciamó val': I à frecuenté na mesana todescia, olàche i ne ciafâ nia na nota de "todesch" mo de "Muttersprache" (talian ea "Zweite Sprache"). Cösc è ben ince en fat de maltrataziun de chi co n'à nia le todesch desco lingaz dla oma - va bun ch'i à frecuenté na scora todescia, mo chel n'ô nia dì che i sun todesc!



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da Jandaniel ai 09 December 2005 da les 10:09:40
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Mateo, sen messeste ca con chest articul preibel!!!!



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da Jancarlo ai 14 December 2005 da les 19:20:37
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Protokoll der Gebietsausschußsitzung SVP Gröden, 25. Juni 1992 - St. Christina in Gröden

Anwesende: Bruno Senoner, Franz Demetz, Konrad Piazza, Hermann Senoner, Luis Stuffer, Dr. Rudolf Mussner, Dr. Ferdinand Mussner, Otto Runggaldier, Dr. Anton Senoner, Herbert Senoner, Franz Costa, Ferdinand Perathoner, Othmar Runggaldier, Rosamunde Sorarui, Ida Lardschneider, Oskar Perathoner, Hans Malsiner, Peter Moroder, Walter Demetz, Hans Rifesser, Anton Gräber, Arnold Lardschneider, Edmund Dellago

1. Bericht über die Landesversammung
Bruno Senoner verteilt einen Auszug der pragmatischen Rede des P.O. Sen. Roland Riz, die Ladiner betreffend und geht auf einige der darin enthaltenen Themen ein. Aus der anschließenden Diskussion entwickelt sich der Vorschlag, daß die SVP Gröden dem Parteiobmann Senator Roland Riz sowie der gesamten Parteileitung Dank und Anerkennung aussprechen sollf ür den Einsatz zu Gunsten der Anliegen der Ladiner, und daß diese davon Kenntnis nehmen soll, dass alfällige Kritiken nicht aus den Reihen der ladinischen SVP stammen sondern von seiten ihrer Gegner.

2. Standortbestimmung
Es entwickelt sich eine rege Diskussion in Sachen Ladin Dolomitan, zumal Bruno Senoner berichtet, daß bei einer gemeinsamen Sitzung des Istitut Ladin San Micura (sic!) und der Majon di Fascegn seitens der Fassaner das Grödnerische als Schriftsprache empfohlen wurde. Es wurden folgende Argumentationen seitens der Diskussionsteilnehmer geführt: Dr. Hugo Valentin habe sich festgefahren. Er habe sein Wort gebrochen und sei in Gröden nicht mehr glaubwürdig. Die Verschwendung von Steuergeldern seitens des Istitut Ladin sowie seitens des Ladinischen Pädagogischen Instituts sprenge alle Grenzen. Als Amtssprache soll in Gröden das Grödnerische verwendet werden. Ein eventueller Zusatz von badiotischen Wörtern sei tolerierbar. Die Bürgermeister sollen sich klar gegen das LD aussprechen und wenn dies weiter nichts nützen sollte, dann ein Referendum ansagen. Die Anwesenden hätten es endgültig satt, nun schon das fünfte Mal dieses Thema auf der Tagesordnung zu sehen. Die Einstellung der Grödner gegen das LD sollte nun wohl endlich bekannt sein und wenn in Bozen dagen nichts getan wird, dann wird es einen Massenaustritt aus der SVP Gröden geben. Die SVP Gröden ist einstimming gegen das LD. Was ist mit dem Beschlußantrag geschen, wonach das Projekt LD ersatzlos gestrichen hätte werden sollen?
Wie werden von unseren Mandataren in Bozen und im Institut Ladin unsere Beschlüsse umgesetzt? So ginge es nicht weiter. Entweder Dr. Hugo Valentin berücksichtigt die Meinung seiner Wähler, oder sonst sollte er sich öffentlich von der Basis distanzieren und die Folgen tragen. Es wird ein Beschlußantrag verlesen, welcher verlangt, daß die finanzialle Unterstützung sämtlicher Institution, Verbände und Vereine ausgesetzt werden solte, die sich für das LD einsetzen.
Es wird entschieden, daß von einer Arbeitsgruppe ein entsprechendes Papier ausgearbeitet wird, welches den SVP Mandataren Ende Juli in Gröden vorgelegt und besprochen werden wird, darin sei obiger Beschlußantrag zu berücksichtigen und ebenfalls die übrigen anstehenden Probleme (Schule in Ladinien, Toponomastik Zusammensetzung des Institut Micurá de Rü und dessen Aktivitäten, Hetzkampagne der ladinischen Redaktionen von RAI und Alto Adige, sowie der mit unseren Steuergeldern unterstützten Usc di Ladins).
Vor Ende der Besprechung wird noch das Thema "Schule in Ladinien" angesprochen, wonach der neue ladinische Schulamtsleiter die Absicht habe, das bisher gehandhabte Elternrecht bezüglich der ersten Volksschulklassen außer Kraft zu setzen und einheitlich ladinischsprachige Erstklassen einzuführen. Diesem Vorhaben muß rechtzeitig ein Riegel vorgesetzt werden.
Nota: chest protocol é perauter vegnú publiché sun la USC di 15.08.1992


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